Coordinación:
Dr. Volker Jaeckel (Universidade Federal de Minas Gerais, Brasil)
Caroline Fischer (Martin-Luther-Universität Halle)
Swantje Mikara (Pädagogische Hochschule Freiburg)
Diese Sektion widmet sich der Frage, wie künstlerische Medien wie Literatur, Theater, Film, Musik und bildende Kunst im Spanischunterricht genutzt werden können, um sprachliche und kulturelle Schwellen zu erkunden. Ein Schwerpunkt liegt auf der Verbindung künstlerischer Medien mit kreativen Zugängen, die Lernprozesse aktiv, sinnlich und dialogisch gestalten. Dazu zählen auch performative Methoden wie szenisches Spiel oder lautsprachliches Vortragen.
Polyphonie, verstanden als die Koexistenz und Interaktion multipler Stimmen (Bachtin, 1979), wird im Klassenzimmer durch künstlerische Medien erfahrbar gemacht. Ein Beispiel hierfür ist die Arbeit mit einem Theaterstück, in dem Lernende verschiedene Rollen übernehmen, um sprachliche Varianten und kulturelle Perspektiven zu erfahren. Performative Methoden ermöglichen es, diese Stimmen durch Bewegung, Sprache und Interaktion lebendig werden zu lassen und fördern ein tiefgehendes, nachhaltiges Lernen (vgl. Even & Schewe 2016).
Die ästhetische Dimension des Lernens beschreibt die Fähigkeit, Sprache nicht nur kognitiv, sondern auch sinnlich, emotional und kreativ zu erfahren (vgl. Hallet 2010). Ein konkretes Beispiel ist die musikalische Vertonung eines Gedichts, die es Lernenden ermöglicht, Sprachrhythmus, Emotionen und kulturelle Bedeutungen in ihren historischen, sozialen und künstlerischen Kontexten zu verstehen. Auf diese Weise bewegen sich Lernende in Schwellenräumen, in denen Sprache, Kunst und Kultur miteinander in Dialog treten.
Ein weiterer Fokus liegt auf dem Plurizentrismus des Spanischen. Die sprachliche Vielfalt – von regionalen Dialekten bis hin zu soziolinguistischen Varianten – wird als Chance genutzt, um Lernende um Lernende für die unterschiedlichen Perspektiven, Werte und kulturellen Praktiken der spanischsprachigen Welt zu sensibilisieren. So können etwa sprachliche und stilistische Unterschiede in lateinamerikanischen und spanischen Texten oder Filmen analysiert und durch Aufgaben wie das kreative Umschreiben von Texten oder die szenische Darstellung praktisch erfahrbar gemacht werden.
Schließlich stehen Übergänge zwischen analogen und digitalen künstlerischen Medien sowie verschiedenen Kunstformen im Fokus, die als ‚mediale Schwellen‘ verstanden werden können. Beispielsweise kann ein literarischer Text in ein digitales Storyboard transformiert oder als performative Lesung inszeniert werden. Solche Schwellenräume schaffen neue Perspektiven auf Text, Sprache und Kultur.
Die Sektion zielt darauf ab, den Austausch zwischen Theorie und Praxis zu fördern und innovative Ansätze für einen pluralitätsorientierten und kreativen Spanischunterricht zu entwickeln, der die Potenziale künstlerischer Medien und ästhetischen Lernens nutzt und durch performative Methoden inspiriert und vertieft werden kann.
Bibliografie
- Bakhtin, M. (1979): Die Ästhetik des Wortes. Suhrkamp.
- Dobstadt, M. & Riedner, R. (2011): Fremdsprache Literatur. Fremdsprache Deutsch, Nr. 44.
- Even, S. & Schewe, M. (2016): Performatives Lehren, Lernen, Forschen. Schibri.
- Hallet, W. (2010): Viewing Cultures. Kulturelles Sehen und Bildverstehen im Fremdsprachenunterricht. Tübingen.
- Miquel, L. (1999): “El choque intercultural: reflexiones y recursos para el trabajo en el aula”, Carabela, 45, págs. 27-46.
- Soler-Espiauba, D. (2009): “Los contenidos culturales en la enseñanza del español 2/L”. in: Juan Luis Jiménez Ruiz, Larissa Timofeeva (Eds.). Alicante : Universidad de Alicante, S. 215-248.
- Soler-Espiauba, D. (2006): Contenidos culturales en la enseñanza del español como 2/L. Madrid, Arco Libros.
- Vázquez, R. e I. Bueso (1998): “La cultura con minúscula. Propuestas de explotación de las cuatro destrezas integradas en un marco cultural”. In: Moreno Fernández, F. et alii (eds.) (1998): Actas del VIII Congreso Internacional de ASELE. Alcalá: Universidad de Alcalá de Henares, S. 833-839.
